P-Konto – 7 Fragen und Antworten

Wer in finanzieller Not ist, hat oft Probleme mit Gläubigern wenn diese versuchen mit einer Kontopfändung an ihr Geld zu kommen. Schützt man sich nicht richtig, ist schnell das gesamte Konto leergeräumt. Hier hilft das P-Konto.

1. Was ist ein P-Konto?

Die Abkürzung P-Konto steht für „Pfändungsschutzkonto“. Durch eine Vereinbarung mit der Bank wird ein im Gesetz festgelegter Betrag vor einer Pfändung auf dem Konto geschützt. Es gibt also keine Kontoblockade mehr. Das P-Konto ist in der Regel ein Guthabenkonto.

2. Wie hoch ist der Schutz auf einem P-Konto?

P-KontoAuf einem P-Konto ist ein monatlicher Grundbetrag von 1.045,04 € laut Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung vor einer Pfändung geschützt. Dieser Betrag erhöht sich nach der neuen Bekanntmachung ab 01.07.2015 auf 1.073,88 €. Auf dem Pfändungsschutzkonto geschützt sind sämtliche Zahlungseingänge wie Lohnzahlungen, Steuererstattungen, Arbeitslosengeld und weitere Sozialleistungen bis zum jeweiligen Grundfreibetrag.

3. Wann kann der Basispfändungsschutz erhöht werden?

Bei Unterhaltsverpflichtungen erhöht sich der Grundfreibetrag um 393,30 € für das erste Kind (oder Ehegatte) und jeweils 219,20 € für das zweite bis fünfte Kind (Ab 01.07.2015: 404,10 € bzw. 225,17 €). Kindergeld und Kindergeldzuschlag, sowie bestimmte Sozialleistungen für Mehraufwand infolge eines Körperschadens sind ebenfalls nicht pfändbar und erhöhen den Basispfändungsschutz. Entsprechende Bescheinigungen mit denen die Erhöhung des Basispfändungsschutzes bei der Bank beantragt werden kann, stellen Rechtsanwälte, berechtigte Schuldnerberatungsstellen, Arbeitgeber und Sozialleistungsträger und die Familienkasse aus.  Bei besonderen Bedürfnissen persönlicher oder beruflicher Art (zum Beispiel infolge von Krankheit) kann zudem beim Vollstreckungsgericht eine Erhöhung des Betrages beantragt werden. Um den Freibetrag bestmöglich auszunutzen, ist es auch möglich, die Kontoeingänge zu reduzieren indem zum Beispiel der Arbeitgeber oder Sozialleistungsträger gebeten wird, die Miete direkt anzuweisen.

4. Wie erhalte ich ein P-Konto?

Der Inhaber eines bestehenden Girokontos hat Anspruch auf Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto. Dies ist  kostenlos. Weigert sich eine Bank ein P-Konto einzurichten, wenden Sie sich an den Ombudsmann. Jeder kann nur ein P-Konto haben. Ein gemeinschaftliches Girokonto muss zunächst in zwei Girokonten aufgespaltet werden und kann dann in zwei Pfändungsschutzkonten umgewandelt werden. Die Errichtung des Pfändungsschutzkontos wird der Schufa gemeldet. Dies hat allerdings keine Auswirkung auf die Kreditwürdigkeit oder den Score und ist nur für anfragende Kreditinstitute sichtbar, um die Einrichtung mehrerer P-Konten durch eine Person zu verhindern.

5. Was kostet das P-Konto?

Ein Pfändungsschutzkonto darf nicht teurer sein als ein normales Girokonto. Ein zusätzliches Entgelt für das Führen des P-Kontos ist unzulässig.

6. Was passiert bei gleichzeitiger Pfändung des Lohns und des P-Kontos?

Bei den Freibeträgen auf dem Pfändungsschutzkonto handelt es sich um pauschale Beträge. Die Lohnpfändungstabelle berücksichtigt Anreize für die Arbeitstätigkeit. Deshalb kann der pfändbare Betrag vom Lohn unter Umständen niedriger sein, als der pfändbare Betrag auf dem Konto. Eine gleichzeitige Pfändung von Lohn und P-Konto ist dann möglich.  In einem solchen Fall kann beim Vollstreckungsgericht ein Antrag auf Kontofreigabe entsprechend der Lohnpfändungstabelle gestellt werden.

Wird das Konto im Saldo geführt, kann über Kindergeld und Sozialleistungen jeweils innerhalb von 14 Tagen nach Gutschrift in voller Höhe verfügt werden (Verrechnungsschutz). Bei anderen Gutschriften besteht allerdings kein Verrechnungsschutz. Es ist also sinnvoll, das Girokonto zunächst wieder auf Null zurückzuführen und erst sodann in ein P-Konto umzuwandeln.

7. Was passiert mit nicht verbrauchtem Guthaben auf dem P-Konto?

Wenn das geschützte Guthaben bis zum Ende des Monats nicht aufgebraucht ist, kann dieses einmalig in den Folgemonat übertragen werden und steht sodann einmalig im Folgemonat zusätzlich zur Verfügung. Es gilt allerdings die Regel, dass im Folgemonat mindestens der Betrag ausgegeben werden muss, der übertragen wurde.

Thomas Erven, Rechtsanwalt und Schuldnerberater in Köln Braunsfeld

Bildquellennachweis: © Coloures-pic – Fotolia.com

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