Das Insolvenzverfahren – Wertvolle Tipps

Das Insolvenzverfahren – dieser Begriff kann angsteinflößend sein, besonders für einen Schuldner. Dabei sollten Sie ein Insolvenzverfahren nicht als Katastrophe, sondern als Chance auf einen wirtschaftlichen und persönlichen Neuanfang sehen. Anstatt jahrelang im Schuldensumpf festzustecken und keine ruhige Nacht mehr zu haben, sollten Sie lieber einen klaren Schnitt setzen und das Schuldenproblem ein für allemal aus der Welt schaffen. Um dabei nicht im Trüben zu fischen, haben wir die wichtigsten Informationen auf einen Blick für Sie zusammen gestellt.

Insolvenzverfahren

Insolvenzverfahren – Nutzen Sie die Chance für den Neuanfang! 0221 – 301 940 17

Wann und wo muss ich ein Insolvenzverfahren beantragen?

Sobald Sie zahlungsunfähig sind oder kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen, sollten Sie den Antrag auf ein Insolvenzverfahren stellen. Zahlungsunfähig sein bedeutet, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern nicht mehr nachkommen können. Den entsprechenden Antrag stellen Sie beim Insolvenzgericht, das heißt bei Ihrem zuständigen Amtsgericht.

Gibt es besondere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen?

Bevor ein Insolvenzverfahren beantragt werden kann, muss nachgewiesen werden, dass ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan gescheitert ist. Dabei ist zu beachten, dass der gescheiterte Eingungsversuch maximal sechs Monate in der Vergangenheit liegen darf. Die entsprechende Bescheinigung muss von einer anerkannten Stelle wie zum Beispiel einer Schuldnerberatungsstelle, einem Rechtsanwalt oder einem Notar ausgestellt werden.

Wie läuft ein Insolvenzverfahren ab?

  1. Nachdem die außergerichtliche Einigung gescheitert ist und Sie das Insolvenzverfahren beantragt haben, folgt das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Sollte Ihr Schuldenbereinigungsplan erfolgsversprechend sein, versucht das Gericht den Plan durchzusetzen und bemüht sich um eine Einigung mit den Gläubigern.
  2. Falls ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren aussichtslos ist oder scheitert, folgt das eigentliche Insolvenzverfahren. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt die Wohlverhaltensphase, auch Wohlverhaltensperiode genannt.
  3. Während der Wohlverhaltensphase müssen Sie einen Teil Ihres Einkommens, das überhalb einer festgelegten Grenze liegt, an den vom Gericht eingesetzten Treuhänder abführen. Diese Grenze wird Pfändungsfreigrenze genannt und ist in der Pfändungstabelle festgelegt. Abgesehen von dieser Faustregel gibt es noch viele weitere Pflichten, denen Sie als Schuldner während dem Insolvenzverfahren nachkommen müssen.
  4. Wenn Sie die Wohlverhaltensphase erfolgreich hinter sich gebracht haben, sich an die Auflagen gehalten und so viele Schulden wie möglich zurück gezahlt haben, erwartet Sie die Restschuldbefreiung. Wann Ihnen die Restschuldbefreiung erteilt wird, hängt von den Ergebnissen in der Wohlverhaltensphase ab. Wenn Sie nach den ersten drei Jahren mindestens 35% der Schulden abbezahlt haben und die Verfahrenskosten beglichen haben, ist das Insolvenzverfahren danach für Sie beendet. Sollten Sie nach fünf Jahren die Verfahrenskosten bezahlt haben, werden Sie nach diesem Zeitraum von Ihren Schulden befreit. Falls Ihnen weder das Eine, noch das Andere gelingt, winkt die Restschuldbefreiung nach sechs Jahren.

Ein Insolvenzverfahren ist sicherlich kein Zuckerschlecken, aber mit etwas Geduld sind Sie nach spätestens sechs Jahren schuldenfrei! Damit Sie in keine Falle tappen und kein Stolperstein Sie ins Trudeln bringt, sollten Sie sich von einer Schuldnerberatung helfen lassen. Gemäß dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende packen wir mit Ihnen das Schuldenproblem an der Wurzel und begleiten Sie auf Ihrem Weg in ein neues, schuldenfreies Leben!

Thomas Erven, Rechtsanwalt und Schuldnerberater in Köln

Bildquellennachweis: © Gina Sanders – fotolia.com

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